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Apokryphon des Johannes (NHC II,1)

Das Wesen der Archonten

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Apokryphon des Johannes (NHC II,1)

Die Erschaffung Adams

,,Und der (25) ganze Äon des ersten Archonten erzitterte, und die Grundfesten der Unterwelt bewegten sich. Und durch die Wasser, die auf der Materie sind, leuchtete die Unterseite durch die Offenbarung seines Abbilds, das (30) in Erscheinung getreten war. Und als alle Gewalten und der erste Archon hinschauten, sahen sie den ganzen Teil der Unterseite erleuchtet. Und durch das Licht sahen sie im Wasser den Typos des Abbilds. ( 15.1) Und er sprach zu den Mächten, die bei ihm waren: ,Laßt uns einen Menschen schaffen nach dem Abbild Gottes und nach unserem Bild, damit sein Abbild für uns zu Licht werde.`(5) Und sie schufen durch ihre gegenseitigen Kräfte entsprechend der Zeichen, die gegeben worden waren. Und jeder einzelnen Gewalt gaben sie ein Zeichen in dem Typos eines Abbildes, welches er gesehen hatte in seiner psychischen (Form). Er schuf ein Wesen (10) nach dem Bild des ersten, vollkommenen Menschen. Und sie sagten: ,Laßt es uns Adam nennen, damit sein Name für uns zu einer Kraft des Lichtes werde.`

Und die Kräfte begannen (zu schaffen):

Die erste, die Güte, schuf (15) eine Knochenseele.
Die zweite, die Pronoia, schuf eine Sehnenseele.
Die dritte, die Gottheit, schuf eine Fleischseele.
Die vierte, die Herrschaft, schuf eine Markseele.
Die fünfte, das Königreich, (20) schuf eine Blutseele.
Die sechste, die Begierde, schuf eine Hautseele.
* Die siebte, die Weisheit, schuf eine Haarseele.

Die Menge der Engel aber trat hin zu ihm, und sie empfingen (25) von den Gewalten die sieben Wesen der Seele, damit sie schufen die Harmonie der Glieder und die Harmonie des Körpers und die richtige Zusammensetzung der einzelnen Glieder.

Der erste begann, den Kopf (30) zu schaffen.

Eteraphaope--Abron schuf seinen Kopf.
Meniggesstroeth schuf das Gehirn.
Asterechmen (schuf) das rechte Auge.
Thaspomocham (schuf) das linke Auge.
Jeronumos (schuf) das rechte Ohr.
Bissoum (schuf) das (35) linke Ohr.
Akioreim (schuf) die Nase.
( 16.1) Banen--Ephroum (schuf) die Lippen.
Amen (schuf) die Zähne.
Ibikan (schuf) die Backenzähne.
Basiliademe (schuf) den Schlund.
Achcha (schuf) die Gaumenzäpfchen.
Adaban (schuf) die Sehne.
Chaaman (schuf) den Rückenwirbel.
(5) Dearcho (schuf) den Hals.
Thebar (schuf) die (IV,4--5: rechte Schulter.
N[... (schuf) die]) linke Schulter.
Mniarchon (schuf) (IV 25, 6--7: den rechten Ellenbogen.
[...e (schuf) den]) linken Ellenbogen.
Abitrion (schuf) den rechten Unterarm.
Euanthen (schuf) den linken Unterarm.
Krys (schuf) die rechte Hand.
Beluai (schuf) die linke Hand.
(10) Treneu (schuf) die Finger der rechten Hand.
Balbel (schuf) die Finger der linken Hand.
Krima (schuf) die Nägel der Hände.
Astrops (schuf) die rechte Brust.
Barroph (schuf) die linke Brust.
Baoum (schuf) die rechte Achselhöhle.
Ararim (schuf) die linke Achselhöhle.
Arech (schuf) (15) die Leibeshöhle.
Phthave (schuf) den Nabel.
Senaphim (schuf) die Weichteile über dem Nabel.
Archethopi (schuf) die rechte Seite.
Zabedo (schuf) die linke Seite.
Barias (schuf) die (IV 25, 19--20: rechte Hüfte.
Phnouth (schuf) die) linke Hüfte.
Abenlenarchei (schuf) das Mark.
Chnoumeninorin (schuf) die Knochen.
(20) Gesole (schuf) den Magen.
Agromauma (schuf) das Herz.
Bano (schuf) die Lungen.
Sostrapal (schuf) die Leber.
Anesimalar (schuf) die Milz.
Thopithro (schuf) die Därme.
Biblo (schuf) die Nieren.
Roeror (schuf) die Nerven/Sehnen.
Taphreo (schuf) die Wirbelsäule (25) des Körpers.
Ipouspoboba (schuf) die Adern.
Bineborin (schuf) die Schlagadern.
Aatoimenpsephei, ihrer sind die Lebensgeister, die in allen Gliedern sind.
Entholleia (schuf) alles Fleisch.
Bedouk (schuf) die rechte Gebärmutter.
Arabeei (schuf) den linken Penis.
(30) Eilo (schuf) die Hoden.
Sorma (schuf) die Genitalien.
Gorma--Kaiochlabar (schuf) den rechten Schenkel.
Nebrith (schuf) den linken Schenkel.
Pserem (schuf) die Nieren des rechten Fußes.
Asaklas (schuf) die linken Nieren.
Ormaoth (schuf) das rechte Knie/Bein.
(35) Emenun (schuf) das linke Knie/Bein.
Knyx (schuf) den ( 17.1) rechten Schienbeinknochen.
Tupelo (schuf) den linken Schienbeinknochen.
Achiel (schuf) das rechte Knie.
Phneme (schuf) das linke Knie.
Phiouthrom (schuf) den rechten Fuß.
Boabel (schuf) seine Zehen.
Trachoun (schuf) (5) den linken Fuß.
Phikna (schuf) seine Zehen.
Miamai (schuf) die Nägel der Füße.
Labernioum (...).

Und diejenigen, die über diese alle gesetzt wurden, sind sieben:

Athoth,
Armas,
Kalila,
Jabel
(IV 26, 19--20: Sabaoth,
Kain,
Abel).

Und diejenigen, die im Einzelnen (= besonders?) in den Gliedern wirken (10), (sind):

(in) dem Kopf Diolimodraza,
(in) dem Nacken/Sehne Jammeax,
(in) der rechten Schulter Jakouib,
(in) der linken Schulter Ouerton,
(in) der rechten Hand Oudidi,
(in) der linken Arbao,
(in) den Fingern der rechten Hand Lampno,
(in) den Fingern der linken Hand (15) Leekaphar,
(in) der rechten Brust Barbar,
(in) der linken Brust Imae,
(in) dem Brustkasten Pisandraptes,
(in) der rechten Achselhöhle Koade,
(in) der linken Achselhöhle Odeor,
(in) der rechten Seite Asphixix,
(in) der linken Seite Synogchouta,
(in) der Bauchhöhle Arouph,
(20) (in) der Gebärmutter/Schoß Sabalo,
(in) dem rechten Schenkel Charcharb,
(in) dem linken Schenkel Chthaon,
(in) allen Genitalien Bathinoth,
(in) dem rechten Fuß/Knie Choux,
(in) dem linken Fuß/Knie Charcha,
(in) dem rechten Schienbeinknochen Aroer,
(in) dem linken Schienbeinknochen (25) Toechtha,
(in) dem rechten Knie Aol,
(in) dem linken Knie Charaner,
(in) dem rechten Fuß Bastan,
(in) seinen Zehen Archentechtha,
(in) dem linken Fuß Marephnounth,
(in) seinen Zehen Abrana.

Sieben, 7, herrschten über (30) alle diese:

Michael,
Ouriel,
Asmenedas,
Saphasatoel,
Aarmouriam,
Richram,
Amiorps.

Und diejenigen, die über die Sinneswahrnehmungen Aufsicht führen, (sind) Archendekta.
Und der, der über die Aufnahme Aufsicht führt, (ist) Deitharbathas.
Und der, der über die Vorstellungskraft Aufsicht führt, (35) (ist) Oummaa.
Und der, der über die Harmonie Aufsicht führt, (ist) ( 18.1) Aachiaram.
Und der, der über die Bewegung Aufsicht führt, (ist) Riaramnacho.

Und die Quelle der Dämonen, die in dem ganzen Körper sind, ist bestimmt, indem sie vier ist: Hitze, Kälte, Nässe (5) und Trockenheit. Und die Mutter von ihnen allen ist die Materie.

Derjenige aber, der Herr ist über die Hitze, (ist) Phloxopha.
Derjenige aber, der Herr ist über die Kälte, (ist) Oroorrothos.
Derjenige aber, der Herr ist über das, was trocken ist, (ist) Erimacho.
Derjenige aber, der Herr ist (10) über die Nässe, (ist) Athuro.

Und die Mutter aller dieser, Onorthochras, steht in ihrer Mitte, denn sie ist diejenige, die unbegrenzt ist, und sie ist vermischt mit ihnen allen. Und sie ist die wahrhafte Materie, denn sie werden durch sie ernährt.

Die vier (15) führenden Dämonen (sind):

Ephememphi, der zu der Lust gehört.
Joko, der zu der Begierde gehört,
Nenentophni, der zu der Trauer gehört,
Blaomen, der zu der Furcht gehört.

Aber die Mutter von ihnen allen (ist) Esthensis--Ouch--Epi--Ptoe. Von den vier (20) Dämonen aber entstanden Leidenschaften: Aus der Trauer aber (entstanden) Neid, Eifersucht, Kummer, Störung, Leid, Gefühllosigkeit, Sorge, Kummer und der andere Rest. Aus dem Vergnügen aber pflegen (25) viele Schlechtigkeiten zu entstehen und leerer Stolz und ähnliche Dinge. Und aus der Begierde (kommt) Zorn, Wut und Bitterkeit und eine bittere Liebe und Unerstättlichkeit und ähnliche Dinge. (30) Und aus der Furcht (kommt) Bestürzung, Schmeichelei, Angst und Scham. Alle diese sind von der Art, daß sie sowohl nützliche Dinge als auch schlechte Dinge sind. Aber die Ennoia ist in ihrem wahren Charakter Anaro, die das Haupt der materiellen Seele ist, ( 19.1) denn sie ist mit den 7Wahrnehmungen, Ouch--Epi--Ptoe. Dies ist die Zahl der Engel: Zusammen ergeben sie 365. Sie alle arbeiteten an ihm, bis -- (5) Glied für Glied -- der psychische und materielle Körper von ihnen vollendet wurde. Denn es gibt noch andere, die Aufsicht führen über den Rest der Leidenschaften, die ich dir nicht genannt habe. Wenn du sie aber kennen(lernen) willst, es ist geschrieben in (10) dem Buch des Zoroaster.``

Über das Lebendigwerden Adams

,,Die Engel und die Dämonen arbeiteten aber alle, bis sie den psychischen Leib in Ordnung gebracht hatten. Und ihr Werk war völlig untätig und bewegungslos für eine lange Zeit. (15) Und als die Mutter die Kraft (wieder zu sich) nehmen wollte, die sie dem ersten Archon gegeben hatte, bat sie den Mutter--Vater des Alls, der großes Erbarmen hat. Er sandte, nach dem heiligen Ratschluß, die fünf Erleuchter (20) hinauf zu dem Ort der Engel und des Ersten Archons. Und sie gaben ihm (einen) Rat, damit sie hervorbringen könnten die Kraft der Mutter. Und sie sagten zu Jaltabaoth: ,Hauche in sein Gesicht etwas von deinem Geist, und (25) sein Körper wird auferstehen.` Und er hauchte in sein Gesicht seinen Geist, welcher die Kraft seiner Mutter ist. Er wußte (dies) nicht, denn er existiert in Unwissenheit. Und die Kraft der Mutter ging heraus aus (30) Jaltabaoth in den psychischen Körper, den sie bereitet haben nach dem Aussehen dessen, der von Anfang an existiert. Der Körper bewegte sich und erhielt Kraft, und er leuchtete. Und in diesem Moment wurde der Rest der Gewalten ( 20.1) eifersüchtig, denn er war durch sie alle entstanden, und sie hatten ihre Kraft dem Menschen gegeben. Und sein Verstand wurde größer (als der) von denen, die ihn geschaffen hatten, und (5) größer (als der) des Ersten Archons. Als sie aber bemerkten, daß er leuchtete und besser denken konnte als sie und daß er frei war vom Übel, nahmen sie ihn und warfen ihn hinab in die Gegend an der Unterseite der Materie. Aber der Selige, der Mutter--Vater, (10) der Wohltäter und Erbarmer, hatte Erbarmen mit der Macht der Mutter, die hervorgebracht wurde durch den Ersten Archon, denn sie könnten Kraft erhalten über den psychischen und wahrnehmbaren Körper.``

 


Das Wesen der Archonten: 

Über Adam

Die Unvergänglichkeit blickte herab auf die Regionen des Wassers. Ihr Abbild erschien auf den Wassern, und die Mächte der Finsternis entflammten aus Liebe zu ihr. (15) Sie waren jedoch wegen ihrer Schwäche nicht in der Lage, jenes Abbild, das sich ihnen in den Wassern offenbart hatte, zu fassen. Denn die Seelischen können die Geistigen nicht fassen; sie stammen nämlich von unten, es (sc. das Abbild) aber stammt (20) von oben.

Daher blickte die Unvergänglichkeit auf die Regionen herab, damit sie nach dem Willen des Vaters das All mit dem Licht vereinige. Die Archonten berieten sich. Sie sagten: ,,Kommt, (25) laßt uns einen Menschen schaffen aus Staub von der Erde!``Sie bildeten ihr Geschöpf als ein ganz und gar irdisches. Die Archonten nun [...] Körper [...], den sie haben [...] weiblich [...] ist, mit den Gesichtern von Tieren. Sie nahmen [Staub] (30) von der Erde. Sie bildeten [ihren Menschen] nach ihrem Körper und nach [dem Bild] des Gottes, das sich [ihnen] in den Wassern gezeigt hatte.

Sie sprachen: ,,[Kommt, laßt uns] es in unserem Gebilde fassen, [so daß] (35) es sein Ebenbild sehe [...] ( 88.1) und wir es in unserem Gebilde festhalten', wobei sie die Kraft Gottes in ihrer Kraftlosigkeit nicht erkannten. Und er hauchte in sein Gesicht, und der Mensch wurde seelisch (5) (und blieb) auf der Erde viele Tage. Nun konnten sie ihn infolge ihrer Kraftlosigkeit nicht aufrichten. Wie die Wirbelwinde harrten sie aus, um jenem Abbild, welches sich ihnen in den Wassern offenbart hatte, aufzulauern. Aber sie kannten nicht (10) die Beschaffenheit seiner Kraft. Dies alles aber geschah nach dem Willen des Vaters des Alls. Danach sah der Geist den seelischen Menschen auf der Erde. Und der Geist kam aus der stählernen Erde. Er kam herab. Er wohnte in (15) ihm. Jener Mensch wurde eine lebende Seele. Er (sc. der Demiurg) nannte ihn Adam, denn man fand ihn, wie er sich auf der Erde bewegte. Eine Stimme kam aus der Unvergänglichkeit als Hilfe für Adam. Und die Archonten versammelten (20) alle Tiere der Erde und alle Vögel des Himmels. Sie brachten sie zu Adam, um zu sehen, wie Adam sie nennen würde, und damit er jedem einzelnen unter den Vögeln und allen Tieren einen Namen gebe. Sie nahmen Adam (25) [und] setzten ihn in das Paradies, damit er [es] bearbeite und es bewache.

Und die Archonten gaben ihm Anweisung, und sie sagten: ,,Von [allen] Bäumen, die im Paradies sind, sollst du essen. [Von] dem Baum der Erkenntnis des Guten (30) und des Bösen aber iß nicht, und [rühre] ihn auch nicht an, denn an dem Tage, wo ihr [von] ihm essen werdet, werdet ihr des Todes sterben!``Sie [...] dies, wissen nicht, was [sie] ihm [gesagt haben]. Aber nach dem Willen des Vaters ( 89.1) haben sie es in dieser Weise gesagt, damit er essen möge und damit Adam sie *nicht* sehe wie einer, der gänzlich stofflich ist.

 


 


 
                     

canandanann  25-12-07

 

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