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Start het beste

 

                

 


THE GIFT TO BE SIMPLE

DE GAVE OM EENVOUDIG TE ZIJN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Alles Festlegen verarmt

Christian Morgenstern

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Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?

Ich bin dein Krug (wenn ich zerscherbe?)

Ik bin dein Trank (wenn ich verderbe?)

Bin dein Gewand und dein Gewerbe,

mit mir verlierst du deinen Sinn.

 

Nach mir hast du kein Haus, darin

dich Worte, nah und warm, begrüssen.

Es fällt von deinen müden füssen

die Samtsandale, die ich bin.

 

Dein grosster Mantel lässt dich los.

Dein Blick, den ich mit meiner Wange

warm, wie mit einem Pfühl, empfange,

wird kommen, wird mich suchen, lange -

und legt beim sonnenuntergange

sich fremden Steinen in den Schoss.

 

Was wirdt du tun, Gott? Ich bin bange.

 

Rainer Maria Rilke 1899

 


De kruiken

Op de lange tafel van de tijd

drinken de kruiken Gods.

Ze drinken de ogen van de zienden leeg

en de ogen van de blinden,

de harten van heersende schaduwen,

de holle wang van de avond.

Zij zijn de geweldigste drinkers:

zij voeren het lege naar de mond als het volle

en schuimen niet over zoals jij of ik.

Paul Celan


PSALM

Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm,
niemand bespricht unseren Staub.
Niemand.

Gelobt seist du, Niemand.
Dir zulieb wollen
wir blühn.
Dir
entgegen.

Ein Nichts
waren wir, sind wir, werden
wir bleiben, blühend:
die Nichts-, die
Niemandsrose.

Mit
dem Griffel seelenhell,
dem Staubfaden himmelswüst,
der Krone rot
vom Purpurwort, das wir sangen
über, o über
dem Dorn.

Paul Celan


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DAS RESIGNIEREN der heutigen Menschen ist bereits eine Gewohnheit geworden wie Essen, Trinken und Schlafen; und deshalb ist es so gemein. Was für ein träges, ungeistiges Tier ist doch noch der Mensch, und wie sehr bedarf es großer und größter Schrecken und Trübsale, damit er nicht immer wieder in Schlaf versinke

Des Krieges Eltern heißen Schwachsinn und Trägheit. Sie finden es viel einfacher und bequemer, ein Kind: den Krieg, in die Welt zu setzen, als in sich zu gehen und in Selbsterkenntnis und Selbstzucht Geist und schöpferische Kraft zu werden. Das Wesen des Schwachsinns ist, vor wirklichen Schwierigkeiten zu kapitulieren; das Wesen der Trägheit, im Hergebrachten weiter zu verharren.

In und trotz aller Geschäftigkeit - wieviel Verschlafenheit, wieviel Verträumtheit! Das wacht oft ein ganzes Leben lang nicht auf. Rüttelst du aber zu unsanft, so magst du leicht einen Stoß vor die Brust bekommen, wie von einem Schlaftrunkenen, den man vorzeitig stört. Tröste dich mit diesem »vorzeitig«. Und wer nicht aufstehen will, kann es wohl auch noch nicht, muß wohl noch - schlafen.

Mut, Mut, das fehlt dem sogenannten denkenden Wesen, dem Menschen - als denkendem Wesen - am meisten. Und dann Phantasie. (Aber was wäre Phantasie ohne Mut?) Vielleicht ist Mangel an beiden eine der grundlegenden Lebensbedingungen, vielleicht kann der Mensch nur mit einem gewissen Quantum von Feigheit und Trägheit - existieren.

Es gibt keine toten Gegenstände. Jeder Gegenstand ist eine Lebensäußerung, die weiter wirkt und ihre Ansprüche geltend macht wie ein gegenwärtig Lebendiges. Und je mehr Gegenstände du daher besitzest, desto mehr Ansprüche hast du zu befriedigen. Nicht nur sie dienen uns, sondern auch wir müssen ihnen dienen. Und wir sind oft viel mehr ihre Diener, als sie die unseren.

Nur durch Schaden werden wir klug - Leitmotiv der ganzen Evolution. Erst durch unzählige, bis ins Unendliche wiederholte leidvolle Erfahrungen lernt sich das Individuum zum Meister über sein Leben empor. Alles ist Schule.

Der Welt Schlüssel heißt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen, Spähen umsonst.

Wir leben heute noch recht wie Kinder, noch nicht wie erwachsene bewußte Menschen. Wir essen und trinken ruhig, während Mitmenschen neben uns verhungern und verdursten, wir gehen fröhlich in Freiheit herum, während Mitmenschen neben uns in Kerkern verderben. Wir können uns in jeder Weise freuen, während um uns in jeder Weise gelitten wird, und wenn wir selbst leiden, so haben wir die Unbefangenheit, mit dem Schicksal darum zu hadern. Oh, daß unser Herz und Geist mit den Zeiten verwandelt würden, und diese bittere Häßlichkeit von uns abfiele, und wir aus Kindern Erwachsene würden.

Christian Morgenstern

 


 

 

                     

canandanann  25-12-07

 

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